Was Anleger von Dolly Parton lernen können


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Veröffentlicht am 6. September 2026

Am 25. August ist Dolly Parton im Alter von 80 Jahren verstorben.

Dolly Parton war eine der wenigen weltweit bekannten Persönlichkeiten, über die nichts Negatives zu lesen ist.

Im Gegenteil: Sie war als Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin universell beliebt.

Eine wahre Ikone.

Was kaum bekannt war, auch mir nicht: Dolly Parton war auch ein äußerst kompetente Geschäftsfrau, von der man viel lernen kann.

Ihr Tod hat weltweit Trauer ausgelöst. Auch in meiner Familie.

Dolly Parton war ein Inspiration. Ein Vorbild. Auch für unsere beiden Töchter.

Zu ihrem Gedenken, gibt es heute eine Gastbeitrag meiner Frau Marie.

Mein Name ist Marie Teske. Seit 2012 bin ich die Frau an der Seite von Achim.

Obwohl er es seit fast 15 Jahren mehr oder weniger subtil versucht: Ich schaffe es nicht, seine Begeisterung für Zahlen und Vermögensaufbau zu teilen (zu seinem Leidwesen).

Es fasziniert mich allerdings schon sehr, wie Achim seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, damit Geld verdient und Menschen hilft, finanziell abgesichert zu sein und ruhig zu schlafen.

Wir haben aber auch viele Gemeinsamkeiten. Der Tod von Dolly Parton ging uns beiden sehr nah.

Ich habe gesagt: „Weißt du, wie schön es ist, dass ein Mensch gelebt hat, den alle einfach immer nur toll fanden? Der so viel Gutes getan hat.“

Jeder und jede mochte Dolly.

Achim hat mir daraufhin einen Artikel aus dem Wall Street Journal geschickt, der mich als Frau begeistert hat.

Wenn man an Dolly Parton denkt, denkt man vermutlich nicht als Erstes an Vermögensaufbau.

Man denkt an High Hair, Glitzer, Countrymusik, Jolene, 9 to 5 und I Will Always Love You.

Ich identifiziere mich viel mehr mit einer glitzernden Dolly Parton als mit einem Finanzplaner und Vermögensberater in Hemd und Anzug 🙂

Dolly Parton war aber neben all dem vor allem eines: eine bemerkenswert kluge Geschäftsfrau.

Aus ärmlichen Verhältnissen in Tennessee stammend, war sie eines von 12 Kindern.

Ihre Kindheit war entbehrungsreich aber glücklich und Musik zu machen gehörte zum Alltag ihrer Familie.

Wie clever sie war und wie Dolly es geschafft hat, zeigt eine Geschichte aus einem aktuellen Artikel des Wall Street Journal  ziemlich eindrucksvoll.

Elvis Presley wollte I Will Always Love You aufnehmen. Eigentlich ein Ritterschlag für eine Songwriterin. Doch mit dem Deal war eine Bedingung verbunden: Elvis’ Seite wollte die Hälfte der Publishing-Rechte – obwohl Dolly Parton den Song allein geschrieben hatte.

Sie sagte Nein.

Und zwar zu Elvis Presley. Dem damals größten Star weltweit.

Menschen in ihrem Umfeld hielten sie für verrückt.

Aus finanzieller Sicht war diese Entscheidung allerdings alles andere als verrückt.

Sie verstand etwas, das beim Vermögensaufbau entscheidend ist

Dolly Parton verstand sehr früh den Unterschied zwischen Geld verdienen und Vermögen besitzen.

Schon 1967, noch bevor sie als Sängerin ihren ersten Top-10-Hit hatte, gründete sie gemeinsam mit ihrem Onkel einen eigenen Musikverlag. Dadurch behielt sie die Kontrolle über die Urheberrechte ihrer Songs.

Andere berühmte Musiker ihrer Generation waren weniger vorsichtig: Paul McCartney erzählte später, dass er und John Lennon damals nicht einmal gewusst hätten, dass man Songs besitzen könne; auch Mick Jagger und Keith Richards verloren die Rechte an frühem Material.

Vermögen entsteht dadurch, dass ich etwas besitze, das einen inneren Wert hat und laufende Erträge erzeugt – auch dann, wenn ich gerade nicht dafür arbeite.

Bei Dolly Parton waren das vor allem ihre Songs. Jedes Mal, wenn einer zum Beispiel im Radio gespielt wurde, erhielt sie Geld dafür.

Und genau der Song, dessen Rechte sie Elvis nicht überlassen wollte, zeigt später, wie wertvoll diese Entscheidung war.

1992 nahm Whitney Houston I Will Always Love You auf. Die Aufnahme wurde ein gigantischer Erfolg. Weil Dolly Parton alleinige Autorin des Songs war und ihre Rechte behalten hatte, profitierte sie entsprechend von den daraus entstehenden Tantiemen.

Jahre vorher hatte sie bereits gesagt, dass sie dank ihrer Songwriting-Einnahmen eigentlich nicht mehr arbeiten müsse.

Und genau hier wird Dolly Partons Geschichte für mich zu einer Geschichte über Frauen und Geld.

Frauen sollten nicht nur eigenes Einkommen haben. Sie müssen eigenes Vermögen besitzen. Dolly Parton war also Ihrer Zeit weit voraus.

Man kann sehr gut verdienen und trotzdem kaum Vermögen besitzen. Und man kann in einer Partnerschaft finanziell hervorragend dastehen und trotzdem persönlich nur wenig finanzielle Unabhängigkeit haben.

Gerade bei Frauen wird dieser Unterschied wichtig, weil Lebensläufe häufig nicht geradlinig verlaufen. Kinder, Elternzeit, Teilzeit oder Care-Arbeit können dazu führen, dass Frauen über Jahre weniger eigenes Einkommen erzielen und weniger Rentenansprüche aufbauen.

Deshalb finde ich die Frage viel interessanter:

Was gehört mir eigentlich?

  • Habe ich eigenes Depotvermögen?
  • Gibt es Altersvorsorge auf meinen Namen?
  • Besitze ich Unternehmensanteile oder Immobilienvermögen?
  • Habe ich Rücklagen, über die ich selbst verfügen kann?
  • Und wächst mein Vermögen auch in den Jahren, in denen mein Erwerbseinkommen vielleicht kleiner ist?

Dolly Parton hat erst sich abgesichert und dann dafür gesorgt, dass ihre Community, wo sie aufgewachsen ist, gestärkt wird. Mit Arbeitsplätzen im Freizeitpark „Dollywood“, mit High-School-Förderprogrammen und ihrer Initiative „Imagination Library“, die Millionen von Vorschulkindern Zugang zu kostenlosen Büchern ermöglicht.

Auch im Gesundheitswesen engagierte sich die Philanthropin als großzügige Spenderin.

Und plötzlich empfinde ich das Thema Finanzen gar nicht mehr als „Fachgebiet meines Mannes“ sondern vielmehr als eine Möglichkeit herauszufinden, wie es für mich mehr verständlich werden kann.

Ich finde, Frauen sollten mehr Gehör kriegen, damit sie andere Frauen begleiten und stärken können. Zumal Frauen in der Politik bewiesenermaßen mehr Fokus auf Kinder, Bildung und Gesundheitswesen setzen als ihre männlichen Kollegen.

Bedeutet: eine finanziell abgesicherte Frau sorgt auch mehr dafür, das nachfolgende Generationen ebenfalls finanziell abgesichert sind.

Dolly Parton hatte keine Kinder. Und doch hat sie so vielen Kindern und Jugendlichen Perspektiven gegeben.

Ich möchte gerne diesen Gastbeitrag mit einem Zitat von Dolly Parton beenden:

„Warum sollte ich Hunderte und Tausende verdienen, wenn ich Zehntausende bekommen kann?“

Achim Teske Achim Teske

Achim Teske ist einer von nur rund 200 echten unabhängigen Honorar-Anlageberatern in Deutschland. Der Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann hat 16 Jahre für globale Investmentbanken gearbeitet, darunter 10 Jahre in London und 6 Jahre in Singapur. Zuletzt war er Managing Director und Leiter des Portfolio Managements für Asien-Pazifik. Seit 2017 ist er Honorarberater. 2019 wurde er in den DIN-Normenausschuss für Finanzdienstleistungen berufen.

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