Können Sie Ihren Traum schon jetzt leben?


Start » Der Finanz-Blog » Können Sie Ihren Traum schon jetzt leben?



Veröffentlicht am 14. Juni 2026

Vor kurzem wurde ich im Rahmen der “SZ-Depotcheck”-Serie der Süddeutschen Zeitung gebeten, ein weiteres reales Leser-Depot zu analysieren.

In diesem Fall ging es um einen 37 Jahre alten Mann, der in der Luftfahrtbranche arbeitet und bereits über ein solides Vermögen verfügt. Finanziell hat er vieles richtig gemacht: Er spart regelmäßig, investiert in ETFs und hat sich eine solide Altersvorsorge aufgebaut. Wenn er seinen bisherigen Weg fortsetzt, könnte er bis zum Ruhestand ein Vermögen von nahezu zwei Millionen Euro aufbauen.

Und trotzdem beschäftigt ihn eine ganz andere Frage:

Soll er seinen gut bezahlten Beruf aufgeben, um seinen Kindheitstraum zu verwirklichen und Pilot zu werden?

Der Haken: Sein Einkommen würde erheblich sinken.

Eine Entscheidung, die Respekt verdient

Ich habe große Bewunderung für Menschen, die bereit sind, solche Entscheidungen zu treffen.

Nicht, weil Geld unwichtig wäre.

Sondern weil viele Menschen große Teile ihres Berufsleben damit verbringen, auf den „richtigen Zeitpunkt“ für eine Veränderung zu warten. Sie verschieben ihre Träume auf später, auf die nächste Beförderung, auf die Zeit nach dem Hauskauf, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder auf den Ruhestand.

Ich kann diese Gedanken sehr gut nachvollziehen und verstehen. Auch ich habe schwierige berufliche Phasen mit Zukunftssorgen durchlebt. Einige davon dauerten Jahre an und es war schlicht und einfach nicht möglich, fundamentale Veränderungen vorzunehmen.

Denn drastische Änderungen sind üblicherweise mit hohen Risiken verbunden. Viele Menschen tragen zum Beispiel die finanzielle Verantwortung für ihre Familien und sind in ihrer Entscheidungsfreiheit stark eingeschränkt.

Das Ergebnis ist dann oft: Aus „später“ wird “nie”.

Was mir bei dem Leser der Süddeutschen Zeitung imponiert hat: Er stellte sich radikal die essentielle Frage:

Wie möchte ich die nächsten 30 Jahre meines Lebens verbringen?

Diese Frage verdient mindestens genauso viel Aufmerksamkeit wie die Frage nach Rendite, ETFs oder Steuern.

Geld macht glücklich – aber nur bis zu einem gewissen Punkt

Die Forschung liefert hierzu seit Jahren erstaunlich eindeutige Ergebnisse.

Studien von Gallup zeigen, dass die berufliche Zufriedenheit einen der stärksten Einflussfaktoren auf das allgemeine Wohlbefinden darstellt. Menschen, die ihre Arbeit als sinnvoll empfinden und ihre Stärken einsetzen können, berichten deutlich häufiger von hoher Lebenszufriedenheit als Menschen, die lediglich gut verdienen.

Auch die Harvard Medical School verweist auf Untersuchungen, wonach Menschen, die ihre persönlichen Stärken regelmäßig in ihrer Arbeit einsetzen können, ein deutlich höheres Maß an Zufriedenheit, Motivation und Lebensqualität erleben.

Anders formuliert:

Sobald ein gewisses finanzielles Niveau erreicht ist, verbessern Einkommenssteigerungen das Leben häufig nur noch geringfügig.

Eine Tätigkeit, die als sinnvoll und erfüllend erlebt wird, kann dagegen einen erheblichen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden haben.

Und auf das Wohlbefinden unseres familiären Umfelds. Wer den Job mit nach Hause nimmt, ist oft die Quelle schlechter Stimmung in der Familie. Wer glücklich im Job ist, kommt entspannter nach Hause. Ich kann aus persönlicher Erfahrung von beiden Seiten ein Lied singen.

Der wahre Preis des Traumjobs

Natürlich bedeutet ein Berufswechsel nicht nur Chancen, sondern auch finanzielle Konsequenzen.

Im konkreten Fall würde der Leser auf einen erheblichen Teil seines bisherigen Einkommens verzichten. Über Jahrzehnte betrachtet summiert sich dieser Unterschied auf einen siebenstelligen Betrag.

Daraus könnte man schließen, dass ein Berufswechsel unvernünftig wäre.

Dies halte ich für eine „schwarz-weiß“-Betrachtung.

Denn Vermögen ist kein Selbstzweck.

Der Sinn von Vermögen besteht nicht darin, am Ende des Lebens die größtmögliche Zahl auf einem Kontoauszug stehen zu haben und quasi der oder die Reichste auf dem Friedhof zu sein.

Der Sinn von Vermögen besteht darin, Menschen Entscheidungsfreiheit und Lebensqualität zu geben.

Wenn ein Vermögen es ermöglicht, einen erfüllenderen Beruf auszuüben, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen oder früher in den Ruhestand zu gehen, erfüllt es genau seinen Zweck.

Die eigentliche Aufgabe eines Vermögensberaters

Auf meiner Visitenkarte steht “Finanzplaner und Honorar-Anlageberater”.

Die Reihenfolge meiner Berufsbezeichnungen ist kein Zufall.

Die traditionelle Finanzbranche konzentriert sich vor allem auf die Auswahl von Investments und Finanzprodukten. Und um das regelmäßige Umschichten dieser Finanzanlagen. Nicht selten erhalten ich zentimeterhohe Papierstapel mit Wertpapier-Transaktionen und Depotübersichten, wenn ich Gutachten für Wertpapier-Depots erstelle.

Natürlich werden Finanzprodukte für die Umsetzung benötigt. Die Auswahl dieser Finanzprodukte sollte jedoch am Ende der Beratung erfolgen. Nicht zu Anfang.

Bei einer professionellen und ganzheitlichen Vermögensberatung geht es zunächst um etwas etwas ganz anderes. Um etwas viel wichtigeres. Nämlich die Wünsche, Träume und Ziele meiner Mandanten. Und darum, wie sich diese verwirklichen lassen.

Ein Arzt kann keine Diagnose stellen, ohne vorher eine Anamnese gemacht zu haben.

Als Vermögensberater wäre es ebenso fragwürdig, eine Anlageempfehlung abgegeben, ohne eine Überblick über die gesamte finanzielle und familiäre Situation eines Mandanten zu haben.

Dazu führen wir im ersten Schritt eine sorgfältige Bestandsaufnahme der finanziellen und familiären Situation unserer Mandanten durch und erstellen eine Planung für die Zukunft.

Viele Menschen verbinden Finanzplanung mit Excel-Tabellen, Renditeannahmen und Steuerberechnungen. Diese sind zweifellos ein wichtiger Teil.

Tatsächlich geht es aber um etwas viel Wichtigeres.

Eine gute Finanzplanung beantwortet Fragen wie:

  • Wann bin ich finanziell unabhängig?
  • Wann kann ich in Ruhestand gehen?
  • Kann ich meine Arbeitszeit reduzieren?
  • Wie viel Vermögen brauche ich wirklich?
  • Ab wann und wie viel Vermögen kann ich an meine Nachkommen übertragen, um Erbschaftssteuer zu vermeiden?

Warum viele Menschen länger arbeiten als nötig

In meiner Beratungspraxis erlebe ich regelmäßig Mandanten, die schon lange finanziell unabhängig sind.

Sie verfügen über ein ausreichend großes Vermögen, schuldenfreie Immobilien und hohe Pensionsansprüche.

Objektiv könnten sie kürzer treten oder komplett aufhören zu arbeiten.

Trotzdem tun sie es nicht.

Denn ihnen fehlt die Gewissheit.

Ihnen hat noch nie jemand schwarz auf weiß demonstriert, dass sie finanziell sorgenfrei sind. Und zwar nicht nur sie, sondern in vielen Fällen auch die nachfolgenden Generationen.

Persönlich sind dies für mich oft die schönsten Momente, wenn ich eine Finanzplanung präsentiere. Es beginnt häufig mit einem ungläubigen Blick, danach kommt ein mehr oder weniger breiten Grinsen, gefolgt von einer körperlichen Entspannung.

Der eigentliche Wert von Vermögen

Im Nachgang habe ich erfahren, dass der Leser aus der Süddeutschen Zeitung sich für seinen Traumjob entschieden hat. Er kannte die finanziellen Konsequenzen. Aber sein Traum war größer. Bravo!

Die Forschung hat eindeutig belegt: Erfolg bedeutet nicht, möglichst viel Geld zu verdienen. Erfolg bedeutet, sein Leben so gestalten zu können, wie man es möchte.

Viele Menschen brauchen kein größeres Vermögen. Sie brauchen mehr Klarheit darüber, was ihr Vermögen für sie und ihre Angehörigen leisten kann. Hier kommt die Finanzplanung ins Spiel. Sie sorgt für genau diese Klarheit und zeigt Möglichkeiten auf.

Daraus entsteht dann oft der Mut, die Entscheidungen zu treffen, die man vielleicht schon lange vor sich herschiebt. Die Entscheidung für mehr Zeit, Lebensqualität und Zufriedenheit.

Hier der Link zum Beitrag in der Süddeutschen Zeitung (Bezahlschranke).

Hier die weiteren SZ-Depotchecks von Achim Teske

„Wir waren sofort mit bis zu 15 % in den Miesen“ – 16.03.2026

„620.000 Euro im Depot – Wie nutzt man das für die Rendite“ – 13.04.2026

„Ich habe in drei Jahren fast 30.000 Euro gebühren gezahlt.“ 21.04.2026

 

Achim Teske Achim Teske

Achim Teske ist einer von nur rund 200 echten unabhängigen Honorar-Anlageberatern in Deutschland. Der Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann hat 16 Jahre für globale Investmentbanken gearbeitet, darunter 10 Jahre in London und 6 Jahre in Singapur. Zuletzt war er Managing Director und Leiter des Portfolio Managements für Asien-Pazifik. Seit 2017 ist er Honorarberater. 2019 wurde er in den DIN-Normenausschuss für Finanzdienstleistungen berufen.

Alle Beiträge von Achim Teske