Frühjahrsputz für Ihre Finanzen. So geht's


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Veröffentlicht am 29. März 2026

Möchten Sie in kürzester Zeit eine sechs- oder siebenstellige Summe verdienen?

Klingt vielleicht unrealistisch. Ist aber relativ simpel.

Der Frühling ist traditionell die Zeit des Ausmistens. Was für Haus und Garten gilt, gilt auch für die Geldanlage.

Meine Mitarbeiter und ich haben in den vergangenen acht Jahren über 4.000 herkömmliche Finanzanlagen geprüft. Das Ergebnis ist eindeutig: Das Aussortieren von finanziellem Unkraut, das sind unpassende und teure Finanzprodukte, ist der Schlüssel zu deutlich mehr Vermögen.

Unsere Praxiserfahrung wird durch zahlreiche Studien bestätigt. Eine Untersuchung des Marktwächter Finanzen im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz ergab: 77 Prozent aller Kunden von Banken, Sparkassen und Finanzvertrieben hatten mindestens ein unpassendes Finanzprodukt im Portfolio. Zu riskant. Zu unflexibel. Zu teuer. Oder mit zu geringer Verzinsung.

Noch schlimmer: Anonyme Testkäufe ergaben, dass 95 % aller neu empfohlenen Finanzprodukte unpassend waren. Ein Armutszeugnis.

Laut einer Studie der Universität Regensburg können Anleger ihr Endvermögen nahezu verdoppeln, wenn sie teure, provisionsbasierte Produkte durch kostengünstige Lösungen wie ETFs ersetzen.

Um Ihnen den finanziellen Frühjahresputz leichter zu machen, teile ich die fünf Finanzprodukte, die den Vermögensaufbau, in unserer Erfahrung am häufigsten bremsen.

Renditefalle Nr. 1: Klassische Lebensversicherungen und Rentenversicherungen

Eine klassische Versicherung erkennen Sie am sogenannten Garantiezins. Dieser kann bei alten Versicherungen aus den 1990er und frühen 2000er Jahren bis zu 4 Prozent pro Jahr betragen. Klingt attraktiv. Die Versicherer weisen in der Regel in ihren Jahresmitteilungen auch deutlich auf diesen hohen Zins hin. Mit einem kleinen, aber entscheidenden Zusatz: „vor Kosten“.

Was den meisten Anlegern nicht erklärt wurde: Der Garantiezins wird nur auf den Teil des Geldes gezahlt, der nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Diese Kosten betragen aber bis zu 40 Prozent des gesamten Beitrags.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Die Hälfte der von uns untersuchten klassischen Versicherungen befand sich in der Verlustzone. Einige sogar nach über 20 Jahren Laufzeit. Weniger als 10 Prozent erreichten eine Verzinsung von über 2 Prozent pro Jahr. Deutlich über 90 Prozent aller klassischen Versicherungen gleichen also nicht einmal die Inflation aus. Für die Altersvorsorge sind sie damit ungeeignet.

In unserer Erfahrung besonders finanziell schädlich: Basisrenten, auch Rürup-Renten genannt.

Renditefalle Nr. 2: Aktiv gemanagte Aktienfonds

Falls Sie in Aktien investieren, können Sie sich auf die Schulter klopfen. Die Aktionärsquote in Deutschland liegt bei mageren 17 Prozent.

Falls Ihnen jedoch aktiv gemanagte Aktienfonds verkauft wurden, sieht es oft weniger gut aus. Studien zeigen: 98 Prozent aller globalen Aktienfonds schaffen es über einen 10-Jahres-Zeitraum nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Diese Fonds spekulieren erfolglos mit dem Geld ihrer Anleger. Und berechnen trotzdem hohe Gebühren. ETFs sind in der Regel 90 Prozent günstiger.

Es kommt noch schlimmer. Viele Anleger werden regelmäßig angerufen, um Fonds umzuschichten. Das löst zusätzliche Kosten und Steuern aus. Die ohnehin magere Rendite wird weiter geschmälert.

Die Aktienmärkte haben historisch über 7 Prozent Rendite pro Jahr erzielt. Bei Anlegern mit gemanagten Fonds kommen oft nur 3 Prozent oder weniger an. Eine Umschichtung in kostengünstige ETFs kann die Rendite erheblich steigern.

Finanzunkraut Nr. 3: Fondspolicen

Fondspolicen versprechen hohe Renditen wie am Aktienmarkt. Die Realität sieht in unserer Erfahrung anders aus. Nur rund 10 Prozent erreichten eine Rendite von über 3 Prozent pro Jahr. Und das, obwohl die Aktienmärkte in den vergangenen Jahrzehnten um durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr gestiegen sind.

Der Grund: Bei Fondspolicen kassieren die Versicherer doppelt. Einmal für die Versicherung. Einmal für die Fonds. Die enthaltenen Fonds sind fast ausschließlich teure gemanagte Produkte. Nicht selten konzerneigene Fonds oder Dachfonds. Häufig kommen Mischfonds zum Einsatz, die eine geringere Rendite als reine Aktienfonds erzielen.

Mit einer Direktanlage in ETFs fahren Sie in den meisten Fällen deutlich besser.

Renditefalle Nr. 4: Betriebliche Altersvorsorge und Versorgungswerke

Auf den ersten Blick wirkt die betriebliche Altersvorsorge attraktiv. Man bekommt einen Zuschuss vom Arbeitgeber und profitiert von Steuer- und Sozialabgabenersparnissen, weil der Monatsbeitrag direkt aus dem Bruttogehalt fließt.

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich gravierende Nachteile. Verträge der betrieblichen Altersvorsorge leiden unter denselben hohen Kosten wie private Lebens- und Rentenversicherungen. Dazu kommt: Die Betriebsrente unterliegt in der Rentenphase der vollen Besteuerung. Man spart also nicht Steuern. Man verschiebt sie.

Es klingt paradox, aber in vielen Fällen ist es finanziell sinnvoller, auf die Betriebsrente zu verzichten und das Geld versteuert selbst anzulegen. Das gilt besonders für Gutverdiener. Wer oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient, spart durch eine betriebliche Altersvorsorge kaum noch Sozialversicherungsbeiträge.

Dasselbe Prinzip gilt für viele berufsständische Versorgungswerke: In den meisten Fällen ist es finanziell am sinnvollsten, nur den Mindestbeitrag zu zahlen und sein Geld eigenständig zu investieren.

Renditefalle Nr. 5: Festgeld, Tagesgeld und Sparbuch

Viele Banken und Sparkassen knausern mit den Zinsen. Bei meiner lokalen Sparkasse gibt es derzeit 0,6 Prozent aufs Festgeld.

Die bessere Alternative: Kurzlaufende Anleihen und Anleihen-ETFs hoher Bonität. Damit lassen sich aktuell rund 3 Prozent Rendite pro Jahr erzielen. Bei täglicher Verfügbarkeit. Ein weiterer Vorteil: Man kann auch Beträge weit über 100.000 Euro sicher investieren. Ohne ständiges Festgeld-Hopping, weil sich die Lockvogel-Konditionen wieder geändert haben.

Für Unternehmer: Überschüssige Liquidität im Unternehmen, etwa Steuerrückstellungen, lässt sich ebenfalls in Anleihen oder Anleihen-ETFs parken. Die Verzinsung liegt deutlich über dem, was die Hausbank bietet.

Fazit

Fünf herkömmliche Finanzprodukte, ein Muster: Hohe Kosten, intransparente Strukturen und Renditen, die weit unter dem bleiben, was der Markt hergibt.

Die gute Nachricht: Das lässt sich ändern.

Der größte Hebel für mehr Vermögen liegt in der sauberen Bestandsaufnahme bestehender Finanzanlagen. Wer einmal systematisch durch seinen Finanzordner geht, stellt häufig fest, dass sich die Rendite allein durch den Wechsel auf kostengünstigere Produkte um mehrere Prozentpunkte pro Jahr verbessert. Langfristig summieren sich diese Unterschiede zu sechs- und siebenstelligen Beträgen.

Falls Ihnen die Zeit oder das Fachwissen für eine solche Überprüfung fehlt: Sie müssen die Bestandsaufnahme nicht selbst machen. Wir bieten für solche Fälle unseren Vermögens-Check-Up an. 

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Achim Teske Achim Teske

Achim Teske ist einer von nur rund 200 echten unabhängigen Honorar-Anlageberatern in Deutschland. Der Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann hat 16 Jahre für globale Investmentbanken gearbeitet, darunter 10 Jahre in London und 6 Jahre in Singapur. Zuletzt war er Managing Director und Leiter des Portfolio Managements für Asien-Pazifik. Seit 2017 ist er Honorarberater. 2019 wurde er in den DIN-Normenausschuss für Finanzdienstleistungen berufen.

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